Eine STADT. Ein BUCH.

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100.000 Gartisbücher

Nick Hornby, Fever Pitch, 14.-19. November 2007

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Liebe Wienerinnen, liebe Wiener, liebe Leser!

Fußball und Literatur haben mehr miteinander zu tun, als man glaubt. Viele Intellektuelle und Schriftsteller sind große Fußballfans und in den Stadien trifft man die geistige Elite des Landes mindestens so oft wie in den Bibliotheken . . . Es gibt unzählige Bücher und Romane über die Leidenschaft auf dem grünen Rasen, vor allem ältere Leser werden sich mit Begeisterung an Karl Bruckners famoses Jugendbuch „Die Spatzenelf“ erinnern, in dem höchst spannend die Erlebnisse von fußballbegeisterten Wiener Buben in den harten Jahren vor dem Krieg geschildert werden.
2008 findet in Wien die Fußballeuropameisterschaft statt, packende Spiele und Millionen Gäste aus ganz Europa werden Wien in freudige Feststimmung versetzen. Die Leseaktion „Eine STADT. Ein BUCH.“ will heuer im sechsten Jahr ihres Bestehens das Feld für dieses sportliche Großereignis literarisch aufbereiten. Und zwar mit einem Buch, das viele als das beste Fußballbuch aller Zeiten ansehen, nämlich Nick Hornbys Autobiografie eines Fans: FEVER PITCH, auf Deutsch „Ballfieber. Die Geschichte eines Fans".
Der Brite Nick Hornby wurde mit diesem, seinem ersten Roman weltberühmt. Noch nie hatte jemand so überzeugend dargestellt, wie es einem Fan geht, der sein Leben ganz nach den Befindlichkeiten seines Klubs – in diesem Fall des FC Arsenal – ausrichtet. Hornby beschreibt das Fansein als eine Art Besessenheit, ja mehr noch, als – wenngleich eher harmlose – Droge. Er schildert Menschen, die um jeden Preis nicht nur die gloriosen Siege ihres Klubs, sondern auch die schmählichen Niederlagen und blamablen Leistungen in schrecklich öden Partien einfach miterleben müssen. Das Leiden mit der Mannschaft ist ursächlicher Bestandteil der Fan-Existenz.
Am besten hat es Hornby selbst formuliert: „Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden …“
Hornby spart keineswegs die unerfreulichen Facetten des Ballfiebers aus. Bei mehreren Spielen in den 80er Jahren kamen – aufgrund von mangelnden Sicherheitsauflagen, aber auch aufgrund rücksichtsloser Hooligans – zig Fans ums Leben. Vor allem als Jugendlicher war der Autor selbst immer in Gefahr, von Fans der gegnerischen Mannschaft zumindest verprügelt zu werden. Hornby findet es beschämend, dass die große Mehrheit der friedlichen Fußballfreunde wegen einiger Rowdys in Misskredit geraten ist.
Und mit Wehmut erzählt er, wie aus dem Proletariersport von einst, als der Eintritt ins Stadion weniger kostete als die U-Bahn dorthin, in England ein Vergnügen für besser Verdienende geworden ist. Die Stehplätze, auf denen Hornby seine Weihen als Fan erhielt, gibt es längst nicht mehr. Vom Highbury-Stadion, dem legendären Rasen Arsenals, wo Hornby am liebsten begraben werden würde, steht nur noch die Fassade. Das neue Stadion ist sicherer und größer, heißt aber jetzt nach einer arabischen Fluglinie …
Genug der Sentimentalitäten FEVER PITCH ist ein sehr humorvolles Buch, das auch jene, die keine Fußballfans sind, mit Vergnügen lesen werden. In diesem Roman schafft der Autor Einzigartiges: seine eigene wechselvolle Londoner Lebensgeschichte als Kind, Jugendlicher und junger Mann anhand der Spiele seines Lieblingsklubs zu erzählen. Das ist faszinierend, berührend und oft wirklich witzig.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre!


Dr. Michael Häupl
Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien

Die Gewinner des Gewinnspiels

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